Motorradkultur in Deutschland

Die Freiheit auf zwei Rädern oder den Wind im Gesicht spüren sind Floskeln, die man unweigerlich mit dem Motorrad verbindet. Die Geschichte des Motorrads geht in etwa bis 1900 zurück. Auch wenn es damals eher experimentell zur Sache ging, wurden die Weichen für die spätere Technik in dieser Zeit gestellt.

Richtig angekurbelt wurde die Entwicklung nach dem ersten Weltkrieg. Ab den 1920er Jahren waren DKW und BMW die treibenden Entwickler in Deutschland. Nach dem zweiten Weltkrieg boomte das Motorrad vor allem als billiger Autoersatz. In der ehemaligen DDR gab es sogar bis zur Wende 1989 mehr Motorräder als Autos.

Heute ist das Motorrad in Deutschland so beliebt wie nie zuvor. Jährlich steigt die Zahl der Neuanmeldungen mit über 10%. Dies war aber nicht immer so.

Motorrad als Subkultur

Von 1960 an wurden in Deutschland viele Motorradclubs gegründet. Ursprünglich waren es in Deutschland stationierte US Soldaten, welche hier Niederlassungen (Chapter) der amerikanischen Clubs gründeten. Diese waren in ganz Europa relativ verrufen. Der Grund hierfür waren die schweren Ausschreitungen beim Motorradtreffen in Hollister, welches durch Marlon Brando im Film „The Wild One“ geradezu glorifiziert wurde.

hayes-bob-tron-3-91Einige der Chapter in Deutschland waren in der Tat in den 70er und 80er Jahren mit Kriminalität und Drogengeschäften in Verbindung. Dennoch war es in Deutschland ähnlich wie in Hollister, dass eine kleine Gruppe das Ansehen aller nach unten zieht.

Immer häufiger wurden Motorradclubs staatlich überwacht und nicht selten verboten. Waren die Verkäufe von Motorrädern in Deutschland in den 1990ern und den ersten 10 Jahren dieses Jahrtausends rückläufig, gibt es seit einigen Jahren einen Boom. Es werden jährlich mehr Motorräder zugelassen als jemals zuvor.

Die Motorradkultur hat sich verändert und wird in seiner vollen Breite akzeptiert. Vom Bauarbeiter bis zum Anwalt werden die motorisierten zwei Räder genutzt um bei den Ausfahrten den Wind im Gesicht und den Hauch von Freiheit zu spüren.