In den letzten Jahren hat sich der Ruf der Motorradfahrer in Deutschland mehrmals grundlegend geändert. Komplette Bücher und Universitätsstudien sind über dieses Thema geschrieben worden. In den folgenden Zeilen wollen wir die diese Entwicklung kurz zusammenfassen, soweit dies überhaupt in wenigen Zeilen möglich ist.

Rund um den zweiten Weltkrieg

Das Motorrad in Serienproduktion gibt es seit den 1920ern. In dieser Zeit war es eine günstige Alternative zur Fortbewegung, denn ein Auto konnten sich nur die wenigsten leisten. Nach dem verlorenen Krieg gab es in Deutschland keine große Motorradszene mehr. Fabriken waren zerstört oder zweckentfremdet und die Produktion lief erst langsam wieder an.

Ab den 1950er Jahren

Mit dem Wirtschaftswunder kam die Zeit, in der Motorradfahrer als arme Schlucker am Rand der Gesellschaft angesehen wurden. Nicht wirklich hilfreich waren die Motorradclubs die sich nach den Vorbildern der USA in Deutschland gründeten. Aus den Staaten kamen über diese Gruppierungen nur negative Schlagzeilen und auch in Deutschland bekamen die Clubs hauptsächlich Zulauf aus den sozialen Unterschichten.

Diesen negativen Ruf behielten die Motorradfahrer über Jahrzehnte. Hierzu muss man aber auch erwähnen, dass jede Region mehrere Clubs hatte, die nicht unbedingt nur Freude am Motorradfahren hatten, sondern aktiv in der kriminellen Szene die Fäden in der Hand hielten.

Die 1980er und 1990er Jahre

Parallel zur Clubszene entwickelte sich in Deutschland eine weitere Gruppe, welche am Motorradsport interessiert waren. Motocross und organisierte Rundkursrennen kamen immer stärker in Mode. Diese „Gattung“ Motorradfahrer galt als leicht verrückt, aber sympathisch. Besonders der fünfmalige Weltmeister Toni Mang präsentierte den Sport in den Medien wie der liebe Junge von nebenan.

Das 21 Jahrhundert

618815901001699640360noIn den letzten 20 Jahren wurde der Motorradfahrer immer weiter von der Gesellschaft akzeptiert. Zum einen wurden viele der mehr oder weniger kriminellen Clubs von Staat und Regierung verboten, zum anderen entdeckten viele der Oberschicht das Motorrad als Luxushobby und als Möglichkeit aus dem eher steifen Zwängen der Gesellschaft zu entfliehen. Und denn wenn der Herr Doktor und der Rechtsanwalt mit dem Bike zur Arbeit fahren, dann muss das doch OK sein, oder?